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Aktuelles

P&R – Wurden gebrauchte Container als neue ausgegeben?

Die vorläufigen Insolvenzverwalter deuteten es in ihrem ersten Zwischenbericht an: Es ist nicht so leicht zu durchblicken, welche Container wann und wie gekauft wurden und für wen verwaltet werden. Eine konkrete Zuordnung zum jeweiligen Käufer soll nicht erfolgt sein, insbesondere dort nicht, wo Anleger keine Zertifikate abgefordert haben. Das betrifft 90 % der Container-Käufe. Verschiedene Recherchen lassen auch Zweifel aufkommen, ob ausreichend neue Container erworben wurden.

Zweifel am Neucontainer-Kauf

Die verschiedenen P&R-Gesellschaften hatten jeweils auch unterschiedliche Arten von Containern angeboten. Die P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH hatte ihre dreistelligen Angebots-Nummern auf den Erwerb von neuen Containern ausgerichtet. Die P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH verkaufte – wie es dem Namen bereits zu entnehmen ist – Gebrauchtcontainer. Das war jeweils so in den Kaufangeboten ausdrücklich angegeben.

Recherchen zu den Wirtschaftszahlen der einzelnen Gesellschaften lassen nun einen weiteren „bösen“ Verdacht aufkommen. So hat die P&R Conatiner Vertriebs- und verwaltungs-GmbH 2015 einen Umsatz von 610 Mio. Euro ausgewiesen. Aus anderen Zahlen ergibt sich, dass das Geschäft mit dem Rückkauf und Weiterverkauf bei beendeten Laufzeiten, keinen besonders hohen Anteil am Gesamtumsatz ausgemacht haben dürfte. An Materialaufwand ergibt sich aus der Gewinn- und Verlustrechnung ein Betrag von knapp 580 Mio. Euro. Soweit so gut. An anderer Stelle wurde allerdings bereits darauf hingewiesen, dass sämtliche Containerkäufe und Containervermietungen über die Schweizer P&R Equipment & Finance Corp. abgewickelt wurden. Diese weist in ihrem Jahresabschluss für 2015 allerdings nur Aufwendungen für den Container-Einkauf von 146 Mio. Euro aus. Selbst wenn einige Käufe bereits im Jahr zuvor oder im Nachfolgejahr erfolgt sein sollen, die Zahlen passen einfach nicht zusammen.


Stichproben bestätigen Verdacht

Wir haben bei einem Mandanten, der beim Kauf von Neucontainern ein Zertifikat abgefordert hat anhand öffentlich zugänglicher Register eine Stichprobe vornehmen lassen. Danach hat sich leider der Verdacht bestätigt, dass die im April 2016 als neu erworbenen Container nicht mehr neu waren, sondern bereits im Januar 2015 hergestellt wurden und damit bereits über 1 Jahr alt waren. Es gibt also Fälle, bei denen statt neuer Container ältere Container erworben wurden.

Dem gleichen Mandanten wurden bereits 2014 neue 40-Fuß-Container mit dem Angebot Nr. 282 verkauft. Bei den im 2016 ausgestellten Zertifikat angegebenen Containern handelt es sich allerdings um 20-Fuß-Container, die erst im Juli 2015 hergestellt wurden.

Damit erhärtet sich der Verdacht, dass (zum Teil) mit den Kaufpreiszahlungen der Anleger zunächst überhaupt keine Container erworben wurden, später dann geringer wertige Container angeschafft wurden. Es stellt sich die Frage, was wurde mit dem Geld von Anlegern gemacht, die keine Zertifikate abgefordert haben. Hat man dann ganz auf den Erwerb von Containern verzichtet?

 

Wir beraten und vertreten betroffene Anleger. Für eine kostenlose Erstanfrage können an uns wenden:

Zuständiger Rechtsanwalt ist Rechtsanwältin Jana Narloch

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